Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Globalen Süden, Fördermittelgewinnung für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit in Zusammenhang mit der Corona-Krise

Gesundheitliche und wirtschaftliche Auswirkungen der Corona-Krise auf die Entwicklungs- und Schwellenländer, finanzieller Bedarf und finanzielle Hilfen für den Globalen Süden und Fördermittelgewinnung

Die Corona-Pandemie als globale Krise

Um weltweit gleichberechtigt und nachhaltig Corona zu bekjämpfen, müssen auch die Entwicklungsländer genügend Fördermittel durch Förderprogramme erhalten.
Die Corona-Pandemie ist die größte globale Gesundheitskrise seit Jahrzehnten.

Die Corona-Pandemie ist die größte Gesundheitskrise weltweit seit Jahrzehnten. Sie stellt uns alle vor größte Herausforderungen.

 

Menschen erkranken und sterben, die Wirtschaft leidet schwer, auch in den Industrieländern. Ganze Branchen sind lahmgelegt, viele Unternehmen überleben die Krise nicht und steuern in den Ruin.

 

Der Lockdown ist für uns alle eine schwere Bürde. Nicht nur die Wirtschaft leidet, sondern auch die Psyche. Viele leiden unter Einsamkeit, die Risikogruppen (alte Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen) leben in panischer Angst vor einer Ansteckung. Das gesellschaftliche Leben findet nicht mehr statt.

Das Corona-Virus hat Deutschland fest im Griff und die zweite Welle mit dem damit verbundenen Lockdown hat das öffentliche Leben so gut wie stillgelegt. Bis jetzt (Stand 20.12.2020) gibt es in Deutschland 1.494.009 bestätigte Fälle. Allein am 20.12.2020 wurden 22.771 Neuinfektionen verzeichnet. Verstorben sind bisher 26.049 Menschen (Quelle: Robert Koch Institut).

 

Wie sich die Corona-Krise langfristig auf unsere Wirtschaft auswirken wird, ist noch gar nicht absehbar. Doch nicht nur bei uns und bei unseren europäischen Nachbarn wütet das Virus, sondern wir haben es mit einer globalen Krise zu tun.

 

Das COVID-19-Virus hat sich in kürzester Zeit weltweit ausgebreitet. Bis zum 18. Dezember 2020 haben sich weltweit mehr als 75 Millionen Menschen an SARS CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesopfer stieg bis zum 18. Dezember 2020 auf mehr als 1,6 Millionen (Quelle: www.statista.com).

 

Was wir hier in den Industrienationen erleben, ist schon eine sehr große Herausforderung. Doch wie geht es den Menschen im Globalen Süden? Wie sieht die Situation in den von schwerer Armut betroffenen Entwicklungsländern aus?

Inhalte dieses Artikels, Fördermittelgewinnung für Entwicklungsländer

In diesem Artikel beleuchten wir die dramatische Situation in den Ländern des Globalen Südens. Wir betrachten die gesundheitlichen und die  wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Entwicklungsländer. Dann sehen wir uns die spezifische Situation auf den einzelnen Kontinenten an und zeigen Ihnen, welche Probleme es bezüglich der Finanzmittel für Impfdosen für Entwicklungsländer gibt.

 

Im Anschluss zeigen wir Ihnen erste Fördermöglichkeiten für Ihre Projekte in Entwicklungsländern auf. Eine ausführliche Übersicht über Förderprogramme für Entwicklungsvorhaben werde ich Ihnen dann noch in einem separaten Blog-Artikel vorstellen.

 

Damit können auch Sie einen Beitrag dazu leisten, dass die Corona-Krise in den stark betroffenen Entwicklungsländern effektiv bekämpft wird.

Welche gesundheitlichen Auswirkungen hat die Ausbreitung von COVID-19 in Entwicklungsländern?

Entwicklungsländer benötigen dringend mehr Investitionen über Fördermittel und Förderprogramme, damit die Gesundheitssysteme besser mit einer Pandemie zurechtkommen.
Die Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern sind viel zu schwach, um eine solche Pandemie auffangen zu können.

Die Corona-Pandemie trifft arme Länder noch viel härter, da die Gesundheitssysteme dort sehr schwach sind und auf eine solche Pandemie überhaupt nicht vorbereitet sind.

 

Viele Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern sind an ihren Grenzen angekommen. So hatte beispielsweise Äthiopien zu Beginn der Krise nur 150 Intensivbetten für die insgesamt 109 Millionen Einwohner.

 

Die Gesundheitssysteme in den Entwicklungsländern sind den großen Belastungen einfach nicht gewachsen.

 

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind die afrikanischen Gesundheitssysteme beispielsweise schnell maßlos überfordert, wenn sich das Corona-Virus dort großflächig ausbreitet.

In vielen Ländern des Globalen Südens fehlt außerdem eine angemessene Wasserversorgung, die schon die einfachste Corona-Hygienemaßnahme – das regelmäßige Händewaschen – zur Herausforderung macht. Wenn Menschen unter Armut leiden, dann sind sie oft mangelernährt und damit auch anfälliger für Krankheiten. Krankenhäuser sind schnell überlastet und in den meisten Fällen auch schlecht erreichbar.

 

Das Corona Virus hat auch vor Entwicklungsländern nicht Halt gemacht und hat sich dort ebenso ausgebreitet. Anfangs bestanden große Ängste, dass vor allem auf dem afrikanischen Kontinent die Katastrophe drohe, diese haben sich allerdings in dieser Extremität nicht bestätigt. Das liegt aber vor allem auch daran, dass in vielen Ländern des Südens weitaus weniger getestet wird, wodurch natürlich auch weniger Fälle festgestellt werden und häufig Todesfälle nicht auf das Virus zurückgeführt werden können.

 

Aber nicht nur die gesundheitlichen Folgen des Corona-Virus haben in vielen Entwicklungsländern gravierende Auswirkungen, sondern vor allem die wirtschaftlichen Folgen stürzen diese Länder in die Krise. Daher sind die von extremer Armut betroffenen Entwicklungsländer hier doppelt betroffen.

Corona-Virus in Entwicklungsländern: wie wurde reagiert?

Corona-Pandemie in Entwicklungsländer. In den Slums ist eine Quarantäne nicht möglich. Fördermittel werden dahe dringend benötigt, um Abhilfe zu schaffen.
In den Slums in Entwicklungsländern ist ein Lockdown oder eine Quarantäne nicht umsetzbar. Die Menschen leben eng beieinander, Einrichtungen werden gemeinsam genutzt, eine Isolierung von Personen ist nicht möglich.

Viele Entwicklungsländer reagierten schnell, nachdem sich das Virus ausbreitete und verhängten einen Lockdown. Wir alle erinnern uns wohl an die Bilder aus Südafrika im Frühjahr, auf denen man Polizisten mit Schlagstöcken sah, die Lockdown-Brecher oft brutal bestraften.

 

Ein Lockdown funktioniert natürlich nur dann, wenn alle Menschen eine Wohnung oder ein Haus haben, wohin sie sich zurückziehen können.

 

Vor allem in den Slums sind die Wohnverhältnisse aber nicht so, dass eine Quarantäne eingehalten werden kann. Viele Menschen leben zusammen, bestimmte Einrichtungen werden gemeinsam genutzt und eine Isolierung von einzelnen Personen ist so gut wie unmöglich.

 

Da in vielen Ländern des Südens eine große Anzahl von Menschen in den Städten lebt, ohne dort wirklich gute Lebensbedingungen zu haben, wurde es schwer, den Lockdown dauerhaft umzusetzen. Viele machten sich auf den Weg in ihre Dörfer, um dort die Zeit zu überstehen und trugen das Virus so in Regionen, wo es vorher noch wenig verbreitet war.

 

Allerdings waren im Allgemeinen die Anzahl der Todesfälle deutlich geringer als ursprünglich erwartet, auch wenn die Fallzahlen teilweise sehr hoch waren und sind. Einerseits liegt dies sicherlich an den geringeren Testkapazitäten, es gibt aber auch Theorien, dass dies an der anderen Altersstruktur und der Durchseuchungsrate liegen könnte. Die Menschen in Entwicklungsländern sind deutlich jünger als die Menschen in den Industrienationen.

 

Das Durchschnittsalter in Afrika beträgt etwa 18 Jahre, 40 Prozent der Bevölkerung sind sogar unter 14 Jahre alt. Die 20 Länder mit dem niedrigsten Durchschnittsalter der Bevölkerung im Jahr 2020 sind ausschließlich afrikanische Länder! In Niger liegt der Altersmedian im Jahr 2020 geschätzt bei 15,2 Jahren. Damit ist Niger das Land mit dem niedrigsten Durchschnittsalter der Bevölkerung im Jahr 2020.

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat die Ausbreitung von COVID 19 in Entwicklungsländern?

Die Corona-Pandemie treibt die Armutsraten in den Entwicklungsländern jetzt und zukünftig dramatisch in die Höhe

Die Armutsraten in den Entwicklungsländern gehen aufgrund der Corona-Pandemie jetzt und zukünftig dramatisch in die Höhe. Nur deutliche höhere Investitionen in  Form von Fördermittelgproammen können dies auffangen.
Die Ärmsten der Armen in den Entwicklungsländern trifft die Corona-Pandemie am härtesten. Die Armutsraten in den Entwicklungsländern gehen aufgrund der Corona-Pandemie jetzt und zukünftig dramatisch in die Höhe.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen sind in vielen Entwicklungsländern deutlich drastischer als in Europa.

 

Konnten viele europäische Länder und auch Deutschland doch wenigstens einen Teil der Verdienstausfälle durch Programme und Hilfen auffangen, so ist dies in vielen Ländern des Südens nicht geschehen.

 

Vor allem die Ärmsten, die oft von der Hand in den Mund leben, sind besonders hart getroffen worden.

 

Fliegende Händler, Tagelöhner, Dienstpersonal und so gut wie der gesamte informelle Sektor standen von einem Tag auf den anderen ohne Einkommensquelle da.

 

Für viele bedeutete dies auch, dass die Regeln der jeweiligen Lockdowns nicht eingehalten werden konnten, ohne von akutem Hunger  bedroht zu sein. Die humanitären Folgen der Corona-Maßnahmen sind in Entwicklungsländern deutlich schlimmer als die direkten gesundheitlichen Folgen der Pandemie selbst.

 

Doch auch die globale wirtschaftliche Entwicklung in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie macht den Entwicklungsländern mehr zu schaffen. Viele sind auf den Tourismus als Wirtschaftsfaktor angewiesen, der jedoch so gut wie komplett weggebrochen ist. Die Unterbrechung der Lieferketten aufgrund von Lockdowns in anderen Ländern und sinkender Nachfrage haben viele Menschen stark getroffen.

 

Ein weiteres großes Problem sind Wanderarbeiter, die mit Beginn der Pandemie im Ausland gestrandet sind und ihr Einkommen (und damit auch die Fähigkeit, Geld nach Hause zu schicken) verloren haben. Außerdem sind natürlich enorme Zusatzkosten durch die nötigen Investitionen ins Gesundheitssystem aufgelaufen.

Eine effektive Armutsbekämpfung kann nur erfolgen, wenn die Geberländer ihre Investitionen für die Armutsbekämpfung durch mehr Fördermittel in Form von Förderprogrammen zur Verfügung stellen.
Das ODI prognostiziert, dass im Jahr 2030 zusätzlich 250 Millionen Menschen in extremer Armut leben werden.

Die Corona-Pandemie hat auf die Wirtschaft und die Armut der Entwicklungsländer gravierende Auswirkungen. Sie treibt vor allem die Armutszahlen wieder drastisch in die Höhe. Die Corona-Krise hat das Wirtschaftsleben in den Entwicklungsländern so hart getroffen, dass extreme Armut wieder stark ansteigen wird.

 

Die UN-Handelsorganisation UNCTAD bezifferte Anfang Dezember 2020 die Zahl der Menschen, die allein in den 47 ärmsten Ländern mit weniger als 1,90 USD am Tag auskommen müssen, auf zusätzlich 32 Millionen Menschen. Im Jahr 2020 werde dort die Armutsrate von 32,5 auf 35,7 % steigen, und damit gegen den vorherigen Trend.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) geht davon aus, dass zusätzlich etwa 200 Millionen Menschen in Zukunft in schwerster Armut leben müssen. Das britische Overseas Development Institute (ODI, das ODI ist eine unabhängige Denkfabrik für internationale Entwicklung und humanitäre Fragen) erwartet sogar, dass bis 2030 weitere 250 Millionen Menschen in extremer Armut leben werden. Um wieder das Niveau vor der Krise zu erreichen, benötige es ganze 10 Jahre Wirtschaftswachstum!

 

Somit trifft Corona die Ärmsten der Armen in der Welt am härtesten. Die Corona-Pandemie hat eine dramatische Wirtschaft- und Hungerkrise ausgelöst: Das Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) schätzt, dass 130 Millionen Menschen allein in 2020 in Hunger und in extremer Armut zurückgeworfen wurden, die meisten davon leben in Afrika. Laut des Berichtes der Vereinten Nationen (Ziele für nachhaltige Entwicklung - Bericht 2020) werden 2020 71 Millionen mehr Menschen in die extreme Armut getrieben.

 

Damit macht die Corona-Krise Erfolge in der Armutsbekämpfung der letzten Jahre komplett zunichte. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) prognostiziert einen globalen Rückgang des „Index der menschlichen Entwicklung“. Das ist das erste Mal seit der Einführung dieses Indexes im Jahre 1990.

Die Erreichung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) ist nur mit einer sehr hohen zusätzlichen Investition von Seiten der Geberländer möglich

Die Erreichung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) ist nur mit zusätzlichen Investitionen in Form von Förderprogrammen möglich.
Die Corona-Krise gefährdet maßgeblich die Erreichung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs). Die Erreichung der 17 SDGs ist nur mit zusätzlichen Investitionen von Seiten der Geberländer möglich.

Experten schätzen, dass in vielen Entwicklungsländern mehr Menschen an den Folgen der Krise sterben werden als am Virus selbst.

 

Hinzu kommt Hunger, weil Lieferketten ausgefallen sind und Arbeitsplätze quasi über Nacht weggebrochen sind.

 

Es gibt dort kein Kurzarbeitergeld und auch keine Grundsicherung. Damit stehen die Menschen vor dem Nichts.

 

Damit wirft die durch die Corona-Pandemie ausgelöste Ernährungs- und Wirtschaftskrise auch die Erreichung der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) weit zurück.

 

Das SDG 1 sieht die Bekämpfung von Armut vor. Die Weltbank gibt an, dass allein im Jahr 2020 115 Millionen Menschen in die absolute Armut zurückfallen (weniger als 1,90 USD täglich), der größte Teil davon befindet sich in Subsahara-Afrika. Die Zahl der Menschen, die knapp über der absoluten Armut leben, kann sich sogar um bis zu 500 Millionen Menschen erhöhen. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinerlei Zugang zu Sozialleistungen, in Afrika haben sogar 90 % der Menschen keinen Zugang zu staatlichen Sozialleistungen.

 

Bei SDG 2 geht es um die Bekämpfung von Hunger. Nach Schätzungen des Welternährungsprogramms (WFP) müssen allein im Jahr 2020 130 Millionen Menschen mehr hungern. Auch dies betrifft in erster Linie viele Länder Afrikas.

 

SDG 3: Gesundheit: Aufgrund von ausbleibenden medizinischen Behandlungen geht die WHO von mehr als 1,7 Millionen zusätzlichen Todesfällen aus, in erster Linie durch AIDS, Tuberkulose und Malaria.

 

SDG 8: Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung: Die globale Wirtschaftsleistung wird aufgrund der Pandemie um etwa 5 % zurückgehen. Dies betrifft auch wiederum besonders Entwicklungs- und Schwellenländer. In Indien beispielsweise ist die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2020 um fast 25 % zurückgegangen.

 

Die Corona-Pandemie macht etwa 10 Jahre des Fortschritts bei der Bekämpfung der extremen Armut zunichte. Im Jahr 2030 werden voraussichtlich 680 Millionen Menschen in extremer Armut leben. Das sind 250 Millionen Menschen mehr als in 2019 vor der Krise vorhergesagt.

Welche Auswirkungen hat die Ausbreitung von COVID-19 auf den einzelnen Kontinenten?

Corona in Afrika

Nur der Einsatz von zusätzlichen großen Menagen an Fördermitteln in Form von Förderprogrammen kann Afrika aus der Corona-Krise helfen.

Obwohl es in Afrika aufgrund der jungen Bevölkerung verhältnismäßig niedrige Todeszahlen gibt, ist Afrika wirtschaftlich und sozial am härtesten betroffen.

 

Der Anstieg der extremen Armut in Afrika ist und wird, wie wir bisher gesehen haben, enorm sein. Vor allem die arme Bevölkerung leidet unter den fatalen Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Ernährungssituation. Armut, Hunger und Unterernährung verschärfen sich drastisch.

 

Wie wir gesehen haben, schätzt das BMZ, dass 130 Millionen Menschen allein in 2020 in Hunger und in extremer Armut zurückgeworfen wurden, die meisten davon leben in Afrika.

 

Die Weltbank gibt an, dass allein im Jahr 2020 115 Millionen Menschen in die absolute Armut zurückfallen (weniger als 1,90 USD täglich), der größte Teil davon befindet sich in Subsahara-Afrika.

 

 

Vor allem viele afrikanische Länder setzten die Ausgangsbeschränkungen strikt und autoritär durch. Es ist aber trotzdem nicht davon auszugehen, dass sie wirklich überall eingehalten wurden, da, wie bereits erwähnt, die Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind.

 

Was die Entwicklungszusammenarbeit betrifft, so steht für Afrika jetzt nicht nur die Bekämpfung und Eindämmung der gesundheitlichen Folgen der Pandemie im Vordergrund. Vor allem muss die Ernährungssicherung sichergestellt werden und die Armut der Menschen vor Ort effektiv bekämpft werden.

Corona in Asien

Die Entwicklungs- und Schwellenländer in Asien waren ganz nah dran am ersten Epizentrum der Epidemie und wurden dadurch auch früh getroffen.

 

In Asien sind insbesondere Indien, Bangladesch und Indonesien von der Corona-Krise betroffen. Auch in Afghanistan und in Pakistan steigen zurzeit die Fallzahlen wieder an.

 

Die wirtschaftlichen Folgen der Lockdowns treffen vor allem die Millionen Wanderarbeiter und Beschäftigte in Industriebereichen, die von den internationalen Lieferketten abhängig sind, wie beispielsweise die Textilindustrie Bangladeschs oder Pakistans.

 

Bis zum 10. Dezember 2020 wurden allein in Indien mehr als 9,79 Millionen Fälle des Corona-Virus gemeldet. Indien ist überhaupt eines der Länder, das von der Pandemie am stärksten betroffen ist. Obwohl die Regierung Ende März 2020 die größte Ausgangssperre der Welt angeordnet hat, sind von den rund 1,3 Milliarden Inder rund 9,79 Millionen Menschen an Covid 19 erkrankt. Davon sind etwa 8,6 Millionen genesen und 139.188 verstorben.

 

Auch wirtschaftlich sind die Ausmaße in Indien gravierend. Vor allem die armen und bedürftigen Menschen trifft es besonders hart. Viele kleine und mittlere Unternehmen mussten schließen. Millionen Tagelöhner standen von einem Tag auf den anderen vor dem Nichts.

Corona in Südamerika

 

In Südamerika kam das Virus etwas später an, breitete sich dann aber sehr schnell aus. Die maroden Gesundheitssysteme waren schnell vollkommen überlastet und in vielen Fällen taten sich die Regierungen mit koordinierten Maßnahmen schwer.

 

In Südamerika haben der hohe Anteil an informeller Beschäftigung und die schlechten hygienischen Bedingungen in den Armensiedlungen zu einer sehr schnellen und starken Verbreitung des Corona-Virus geführt.

 

Brasilien, Argentinien, Kolumbien, Peru und Mexiko sind die am stärksten betroffenen Länder. Sie sind auch die 5 der 10 am stärksten betroffenen Staaten überhaupt.

 

Durch die Ausgangsbeschränkungen ist es zu einem Zusammenbruch der Lieferketten gekommen, was wiederum die Ernährungssituation vor Ort schwer getroffen hat.

 

Corona im Nahen Osten

Auch im Nahen Osten verbreitet sich COVID-19 rasch und verschlimmert die bestehende Konfliktlage. Insbesondere Krisenregionen, wie Syrien, sowie die um Syrien liegenden Länder Libanon, Jordanien, Irak und Osttürkei sind stark betroffen.

Impfung gegen COVID-10 in Entwicklungsländern: Impfstoffe gegen Corona sind ein knappes und heiß begehrtes Gut, die Industrienationen sichern sich die Impfdosen

Es werden noch 28,2 Mrd. USD für Impfdosen für Entwicklungsländer benötigt. Die Geberländer müssen daher deutlich mehr investieren und Fördermittel über Förderprogramme  bereitstellen.
Die Industriestaaten sichern sich Hunderte Millionen Covid-19 Impfdosen, während für die Entwicklungsländer 28,2 Mrd. USD für Impfdosen fehlen.

Nach Einführung erster Impfstoffe hat das Rennen um die Corona-Impfdosen begonnen. Allein Europa sichert sich Hunderte Millionen Covid-19-Impfdosen.

 

Auf der anderen Seite fehlen den UN-Programmen für Entwicklungsländer 28 Milliarden USD für die Durchführung von Impfungen in Entwicklungsländern.

 

Wie wir bisher gesehen haben, kennt das Corona-Virus leider einen drastischen Unterschied zwischen Arm und Reich. Manche Entscheidungen, die hierzulande als Erfolg im Kampf gegen die Pandemie gefeiert werden, verschärfen die Lage in anderen Teilen der Welt sogar zusätzlich.

 

300 Millionen Impfdosen von Pfizer-Biontech hat sich die EU bereits gesichert. Darüber hinaus 300 Millionen Dosen von AstraZeneca und 160 Millionen des Herstellers Moderna. In den USA wurde ähnlich vorgegangen, in Großbritannien hat man bereits mit den Impfungen begonnen.

 

Wenn reiche Staaten so schnell wie möglich Herdenimmunität erreichen wollen, dann bleibt für die Armen nicht einmal genug, um Klinikpersonal und Risikogruppen zu schützen, so die Meinung von Anja Langenbucher, Europa-Direktorin der Bill-und-Melinda-Gates Stiftung. Die erste Welt würde sich mit der drei bis vierfachen Menge an Impfstoffdosen eindecken, sodass für die Entwicklungsländer nicht auch nur annähernd ausreichend Impfdosen übrig bleiben.

 

Viele Industriestaaten unterzeichnen Verträge mit Herstellern und blockieren Produktionskapazitäten für die nächsten Monate. Act-A, das zentrale Programm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Kampf gegen die Pandemie, sucht derzeit dringend nach Finanzierung.

 

38 Milliarden USD benötigt das Programm bis Ende 2021. UN-Generalsekretär Antonio Guterres plant, so mindestens zwei Milliarden Impfdosen gemäß einem globalen Verteilungsschlüssel auszuliefern. Bislang wurden aber erst 9,8 Milliarden USD zugesagt und Act-A ist jetzt von drastischer Unterfinanzierung betroffen, so wie viele andere UN-Programme auch.

 

Herdenimmunität gehe nur, wenn die ganze Welt immun ist, so Ex-Außenminister Sigmar Gabriel (SPD). Deutschland sei auf den Welthandel angewiesen, so dass man sich wiederkehrende Infektionswellen und Lockdowns weltweit nicht leisten könne.

 

Es wird geschätzt, dass Deutschland einen wirtschaftlichen Schaden von 8,1 Milliarden Euro bis 2025 durch ausbleibende Exporte, Touristen oder Gaststudenten haben wird, wenn die Unterstützung für Schwellen- und Entwicklungsländer während der Corona-Pandemie ausbleibt.

 

Deutschland hat bisher 618 Millionen US-Dollar für Act-A bereitgestellt und liegt damit hinter Großbritannien auf Platz zwei der Geldgeber.

 

Welche Maßnahmen müssen prioritär getroffen werden, um den schwer betroffenen Entwicklungsländern effektiv zu helfen?

Welche Förderprogramme können jetzt von Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit genutzt werden?

Nur die Erhöhung international abgestimmter Fördermittel in Form Förderprogrammen kann den Entwicklungsländer aus der Krise helfen.
Ein international abgestimmtes, gemeinsames und energisches Vorgehen ist erforderlich, um die Entwicklungsländer in dieser schwierigen Situation mit Fördermitteln tatkräftig und effektiv zu unterstützen.

Die Vereinten Nationen (UN) schätzten bereits im April 2020, dass die Entwicklungsländer zusätzliche Finanzhilfen in Höhe von 2,5 Billionen USD benötigen, um die Folgen der Krisen bewältigen zu können.

 

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat einen Notfallplan von 10 Milliarden USD gefordert, um die gravierenden Auswirkungen der Corona-Epidemie für die Entwicklungsländer aufzufangen.

 

Davon sind 2,8 Milliarden USD für Maßnahmen im Gesundheitsbereich vorgesehen. Der andere Teil ist für die Bekämpfung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Pandemie in den Entwicklungsländern vorgesehen.

 

Die UN-Organisationen raten dazu, in die produktiven Kapazitäten der Entwicklungsländer zu investieren. Vor allem in die Erreichung der 17 SDGs bis zum Jahr 2030 muss jetzt umfangreich investiert werden. Nur durch den Einsatz von deutlich mehr Geldern können die SDGs zumindest annähernd im Jahr 2030 erreicht werden.

 

Ansonsten droht der bisher erreichte Fortschritt vor allem in den Bereichen Armutsbekämpfung, Bildung und Ernährung komplett zunichte gemacht zu werden. In den 47 am wenigsten entwickelten Ländern (LDCs) leben rund 1 Milliarde Menschen. Sie verdienen pro Jahr lediglich durchschnittlich unter 992 USD. Sie haben einen Anteil von nur 1,3 Prozent an der globalen Wirtschaftsleistung.

 

Das ODI fordert, dass die internationalen Geber 34 extrem finanzschwache Länder unterstützen, die ohne externe Hilfe höchstens ein Viertel der notwendigen Investitionen aufbringen können. Diese extrem unterentwickelten Länder liegen fast alle in Afrika. Die Geberseite müsse rund 77 Milliarden USD zusätzliche Mittel für diese Länder einsetzen.

 

Was Deutschland als Geberland betrifft, so hat Deutschland mit einem weltweiten Corona-Programm sehr schnell gehandelt. Das BMZ hat schon im April 2020 das Corona-Sofortprogramm aufgelegt.

 

Dieses Programm umfasst folgende Bereiche:

 

1. Gesundheit und Pandemiebekämpfung.

 

2. Ernährung, Sicherstellung der Grundversorgung zur Verhinderung von Hungerkatastrophen, Aufrechterhaltung der Nahrungsmittelproduktion.

 

3. Stabilisierung von Flüchtlings- und Krisenregionen.

 

4. Soziale Sicherung, Sicherung von Arbeitsplätzen in globalen Lieferketten.

 

5. Absicherung von Unternehmen in Schüsselsektoren.

 

6. Corona-Soforthilfen zur direkten Finanzierung nationaler Programme.

 

7. Verstärkung internationaler Zusammenarbeit.

 

Zum weiteren Ausbau des Corona-Sofortprogramms hat das BMZ weitere 1,55 Milliarden € für 2020 (Nachtragshaushalt) zur Verfügung gestellt. Der Haushaltsvoranschlag 2021 sieht weitere zusätzliche Mittel in Höhe von 1,55 Milliarden € vor (unter Parlamentsvorbehalt).

 

Insgesamt investiert das BMZ 4,3 Milliarden € in die weltweite Eindämmung von Corona und in die Bekämpfung von Armut und Hunger und in die Bekämpfung der Wirtschaftskrise.

 

Nach Angaben des BMZ übernimmt Deutschland damit eine führende Rolle sowohl in der EU als auch bei den Vereinten Nationen was die Bekämpfung der Corona-Krise und der sozialen und wirtschaftlichen Folgen betrifft.

 

Fördermöglichkeiten im Rahmen von öffentlichen Förderprogrammen gibt es also beim BMZ, darüber hinaus auch beim Auswärtigen Amt und bei der Europäischen Union. Da die Fördermöglichkeiten im Zuge der Corona-Pandemie vielschichtig und komplex sind, werde ich hierüber einen separaten Blogartikel erstellen, den ich in Kürze veröffentlichen werde.

Fazit

Wie wir gesehen haben, trifft die Corona-Krise die Entwicklungs- und Schwellenländer am härtesten. Wenn wir uns einmal vergegenwärtigen, in welcher Situation sich die Menschen in diesen Ländern befinden, dann ist es uns vielleicht etwas leichter, die Situation in Deutschland und in Europa insgesamt zu ertragen.

 

Vielleicht relativiert sich hierdurch etwas unsere Sicht der Dinge und wir gewinnen mehr Toleranz bezüglich unserer Lage in Europa, wenn wir dies mit den Ländern des Globalen Südens vergleichen.

 

Wenn Sie Fragen haben oder den Blog-Artikel kommentieren möchten, dann freue ich mich hierüber sehr.

 

Wenn Sie Unterstützung in der Recherche oder in der Antragstellung von Fördermitteln für Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit benötigen, dann sprechen Sie mich sehr gerne an: Telefon: 02232 / 92 85 44-1, E-Mail: info@buschconsult.org.

 

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Ira Busch / BuschConsult: Expertin für Fundraisingberatung, Fördermittelakquise, Projektmanagement und Prüfung von Förderanträgen.

 

Mit freundlicher Unterstützung von Eva Wieners

 

20./21.12.2020

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